Offener Brief zum Shop TV

An den FC St. Pauli von 1910 e.V.

Es ist noch nicht lange her, da wurde auf der zweiten MV 2021 lobend über das Ehrenamt gesprochen, über die Mitarbeit einer jeden einzelnen Person, Personen die sich einbringen, die mitgestalten wollen.

Was wurde in der Vergangenheit über wichtige Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität, Fairtrade, Generieren von Spenden für Kiezhelden, Museum, usw. diskutiert und auch als Handlungsspiel zu Papier gebracht.
Wie cool war die Bandenwerbung zum Flyerservice Hahn.
Wie toll war das Zusammenspiel der Fans, Mitglieder*innen mit dem Verein in der Corona-Zeit? Wie hoch war der Verzicht einer jeden einzelnen Person, sei es in finanzieller, aber auch ideeller Weise.

WIE HOCH?

Und nun, eine Woche später? Ein Schuss vor den Bug an so viele, die daran mitgewirkt haben, den Verein zu dem zu machen, der er ist. Der FC St. Pauli hat eine eigene Clowns Serie im TV, über Geschmack, gerade im Humor, kann man sich bekanntlich streiten, aber das? Ernsthaft auf ganz albern? Ist das Vertriebsmarketing, das es braucht um Gelder für den Tarifvertrag zu generieren? Wir hoffen nicht…
Und dann finden das viele Menschen doof und ihr schafft das Unglaubliche:
Ihr kommentiert es in den sozialen Medien mit „spenden Gelder für jeden Motzkommentar“ ?

Was eine erbärmliche Instrumentalisierung.

Das ist so tief unten und so nieder, dass uns wirklich die Lust zur Zusammenarbeit vergeht. Und nein, dann hilft eben keine Diplomatie und kein bilaterales Rumgeeier mehr.
Es ist nicht mehr tragbar für uns als Vertreter von hunderten Fanclubs, diese innere Nichthaltung zu akzeptieren. Die Direktorin, die so einen Kommentar haltbar findet, mag fachlich noch so wichtig für den Verein sein; für uns hat sie aber auch die Verantwortung zu tragen, vor allem nach Aussen. Sieht so gute Aussendarstellung aus eurer Meinung nach?
Kritische Auseinandersetzung wäre hier nötig, denn die hat unseren Verein zu dem gemacht, wofür er sich hält. Wollt ihr wirklich den Menschen, die sich hier hart, aber dennoch anständig äußern, ein solchen Kommentar reindrücken? Ist schon eklig arrogant…
Schickt das Geld also lieber gleich an die entsprechenden Institutionen. Das hätte weitaus weniger Imageverlust und wäre auch noch nachhaltig.

Bitter enttäuscht, dass die verantwortlichen leitenden Hauptamtlichen immer noch nichts aus den zahlreichen Fehlern in der Vergangenheit gelernt haben, immer noch nicht den Wertekanon verinnerlicht, vor allem diesen den Mitarbeiter*innen mitgeben und alle Bemühungen gemeinsame Werte und Mindeststandards an Respekt vor unserem Magischen auch mal über einen längeren Zeitraum leben.
Denkt darüber nach, ob es das ist, was ihr wollt. Aktuell stoßt ihr ganz vielen, die so viel in diesen Verein eingebracht und mitgestaltet haben, komplett vor den Kopf.
Denkt nach, wir tun es auch.

Delegiertenversammlung 2020

Ahoi liebe Fanclubs,

was für eine miese Sache diese Pandemie. Nichts daran ist gut, nichts daran ist mit unserem Fußball zu vereinbaren. Neben dem Sport ist es ja nun die Begegnung mit Menschen, die das Leder erst rund macht.

Eigentlich stünde im Oktober oder November die nächste Delegiertenversammlung an, turnusgemäß sogar mit der Wahl eurer Vertretung. Wir sehen uns allerdings außer Stande dies zur Zeit, gerade auch in Anbetracht der jetzt steigenden Infektionszahlen, durchzuführen. Wir sind allerdings auch felsenfest davon überzeugt, dass die Gesundheit von allen Menschen über jedweder Form von Versammlung steht.

Gesund bleiben, die Familien, Freunde und Freundinnen schützen, sowie das maximale Risiko ausschließlich im Nötigen zu suchen, reichen völlig aus. Eine Delegiertenversammlung ist in dieser Phase der Pandemie unnötig und wir nehmen uns hier als wenig wichtig wahr.

Selbstredend ruht unsere Arbeit dadurch nicht und wir sind in so manchen Fragen rund um das Wohl unseres Clubs nah dran und versuchen, trotz der Abwesenheit von uns im Stadion, die Geschicke, insbesondere in Fanthemen, weiter mitzugestalten.

Nun endet aber unsere Legislaturzeit und wir werden zu Ende November auf Bitte des Fanladen den Fanclubsprecher*innenrat zunächst kommissarisch weiter führen, so denn hier von eurer Seite kein Einspruch erfolgt.

Lösungen, die digitale Form zu wählen, haben wir verworfen. Der hohe technische Aufwand und die eingeschränkte Daten- und Informationssicherheit, die uns analoge Versammlungen in den Fanräumen bieten, können wir nicht ersetzen. Es fühlt sich genauso falsch an wie eine Derbyniederlage.

In den nächsten Wochen wird es den Jahresbericht an euch geben und wir hoffen dann, uns vielleicht im Frühjahr am Millerntor zu sehen. Bis dahin haltet den gebotenen Abstand und denkt immer an die Menschen, deren Gesundheit vielleicht mehr gefährdet ist als die eigene.

Wir senden Euch viel Durchhaltevermögen und Liebe!

Euer Fanclubsprecher*innenrat