Spendet für die verletzten St.Pauli Fans

Auch wir schließen uns dem Fanladen an und möchten nochmal auf die Möglichkeit zur Spende aufmerksam machen. Im Fanladen steht eine Spendendose bereit oder überweist das Geld. Die Daten findet ihr unten. Raus die Taler!

In der Nacht von Freitag auf Samstag ist es im Anschluss an unser Auswärtsspiel in Aue zu einem gewalttätigen Überfall durch HSV – Fans auf  St. Pauli Fans gekommen, den wir auf das Allerschärfste verurteilen.

Die Freunde aus unterschiedlichen Fanclubs des FC St. Pauli wurden bei Ankunft in Hamburg mit ihrem gemieteten 9er in einem Parkhaus unvermittelt angegriffen und dabei teilweise schwer verletzt. Dieser Angriff hätte offensichtlich jeden St. Pauli Fan treffen können.

Bei dem Angriff von ca. 25 HSV – Fans wurde den Betroffenen gezielt gegen die Köpfe und Rücken getreten und auch nicht von ihnen abgelassen als sie schon am Boden lagen. Dazu bewaffneten sich die Angreifer ebenso mit Steinen, um auch den 9er zu zerstören und aus diesem persönliche Dinge zu entwenden. Die „Durchführung“ des Angriffs und die erheblichen Verletzungen der Betroffenen zeigen einen Gewaltexzess, der durch nichts zu rechtfertigen ist.

Wir wünschen den Betroffenen und insbesondere der schwer verletzten Frau schnelle und gute Besserung.

Fanladen St. Pauli

April 2017

________________
Ab sofort kann im Fanladen für die Betroffenen des Überfalls gespendet werden. Damit unterstützt ihr medizinische Folgekosten, die Ersetzung persönlicher Gegenstände und eine mögliche Rechtsberatung. Vielen Dank!

Bankverbindung:
Kontoinh.: JUSP Fanladen St. Pauli
IBAN: DE37200505501045210935
Swift: HASPDEHHXXX

Betreff: Soli Aue

Stellungnahme des FCSR zu den Geschehnissen rund um das Rostockspiel

Liebe Fanclubs,
wir mussten und wollten – anders als die einschlägigen Boulevardmedien – die Geschehnisse rund um das Rostock-Spiel am Sonntag – zuerst halbwegs ordnen, bevor wir uns dazu äußern!
Wir freuen uns zum einen, dass sich wirklich viele Fans unseres Vereins an den Protesten beteiligt haben. Über 1.500 Fans haben sich friedlich auf dem Südkurvenplatz gesammelt – im Stadion haben viele weitere Fans durch Transparente den Protest mitgetragen.
Wir sind immer noch der Meinung, dass Protest gegen die willkürliche Aussperrung von Fußballfans richtig und wichtig ist. Wir alle wollen Gästefans am Millerntor und auch wir alle wollen unserem magischen FC zu Auswärtsspielen begleiten.
Was wir nicht akzeptieren können und auch scharf verurteilen, sind die gesuchten Konfrontationen zwischen Fans und der Polizei in unmittelbarer Umgebung unserer Faninstitutionen und Kneipen sowie der Angriff auf die Kneipe des anderen Hamburger Vereins. Darunter leiden im Nachhinein sehr viel mehr Fans als nur diejenigen, die es zu verantworten haben.
An diesen Ausschreitungen waren nach unseren Beobachtungen auch uns unbekannte Gesichter beteiligt. Dass diese Leute sich nicht überlegen, welche Konsequenzen ihr Handeln für unsere Fanszene hat, können wir nur bedauern. Von St. Pauli-Fans, die sich an so etwas beteiligt haben sollten, erwarten wir dieses Nachdenken über Sinn und Unsinn sowie Konsequenzen aber immer und überall. Ihr tragt eine Verantwortung. Ihr seid nicht allein! Begreift es!
Das Jolly Roger und der Fanladen sind keine Ausgangspunkte und Rückzugsräume für Rechtsverstöße! Wir lassen nicht zu, dass die Arbeit des Fanprojekts, eine von Fans getragenen Kneipe sowie unbeteiligte Personen durch derartiges Verhalten gefährdet werden!
Und beim Thema Gefährdung angelangt, müssen wir der Hamburger Polizei mitteilen, dass wir über ihr Auftreten rund um das Jolly Roger entsetzt sind und sie nochmals auffordern, den Begriff \“Verhältnismäßigkeit\“ wieder in ihre polizeiliche Taktik aufzunehmen.
Wir als FCSR möchten mit allen Faninstitutionen in einen Dialog einsteigen, wie wir den Geschehnissen vom Sonntag Rechnung tragen können und welche Möglichkeiten uns für die Zukunft bleiben.
Gleichwohl ist uns auch klar, dass das kein spezifisches Problem unseres Vereins ist, sondern vielmehr die logische Folge einer Sicherheitsspirale, die so massiv immer weiter gedreht wird, dass diese Geschehnisse sich geradezu ereignen mussten. Umso deutlicher wird, dass es nun die Aufgabe aller Kräfte unsere Fanszene ist, die Geschehnisse aufzuarbeiten und wirksame Strategien zu entwickeln, Fußballspiele in einem friedlicherem Kontext stattfinden zu lassen.
Wir möchten in aller Deutlichkeit klarstellen, dass uns stumpfe Fingerzeige auf einzelne Gruppen zuwider sind und wir diese für nicht zielführend halten!
Wir möchten auch auf die Stellungnahme des Fanladen verweisen, die wir in vollem Umfang mittragen.
Hamburg, 26.04.2012 FCSR der offiziellen Fanclubs des FC St. Pauli von 1910
Liebe Fanclubs,
wir mussten und wollten – anders als die einschlägigen Boulevardmedien – die Geschehnisse rund um das Rostock-Spiel am Sonntag – zuerst halbwegs ordnen, bevor wir uns dazu äußern!
Wir freuen uns zum einen, dass sich wirklich viele Fans unseres Vereins an den Protesten beteiligt haben. Über 1.500 Fans haben sich friedlich auf dem Südkurvenplatz gesammelt – im Stadion haben viele weitere Fans durch Transparente den Protest mitgetragen.
Wir sind immer noch der Meinung, dass Protest gegen die willkürliche Aussperrung von Fußballfans richtig und wichtig ist. Wir alle wollen Gästefans am Millerntor und auch wir alle wollen unserem magischen FC zu Auswärtsspielen begleiten.
Was wir nicht akzeptieren können und auch scharf verurteilen, sind die gesuchten Konfrontationen zwischen Fans und der Polizei in unmittelbarer Umgebung unserer Faninstitutionen und Kneipen sowie der Angriff auf die Kneipe des anderen Hamburger Vereins. Darunter leiden im Nachhinein sehr viel mehr Fans als nur diejenigen, die es zu verantworten haben.
An diesen Ausschreitungen waren nach unseren Beobachtungen auch uns unbekannte Gesichter beteiligt. Dass diese Leute sich nicht überlegen, welche Konsequenzen ihr Handeln für unsere Fanszene hat, können wir nur bedauern. Von St. Pauli-Fans, die sich an so etwas beteiligt haben sollten, erwarten wir dieses Nachdenken über Sinn und Unsinn sowie Konsequenzen aber immer und überall. Ihr tragt eine Verantwortung. Ihr seid nicht allein! Begreift es!
Das Jolly Roger und der Fanladen sind keine Ausgangspunkte und Rückzugsräume für Rechtsverstöße! Wir lassen nicht zu, dass die Arbeit des Fanprojekts, eine von Fans getragenen Kneipe sowie unbeteiligte Personen durch derartiges Verhalten gefährdet werden!
Und beim Thema Gefährdung angelangt, müssen wir der Hamburger Polizei mitteilen, dass wir über ihr Auftreten rund um das Jolly Roger entsetzt sind und sie nochmals auffordern, den Begriff \“Verhältnismäßigkeit\“ wieder in ihre polizeiliche Taktik aufzunehmen.
Wir als FCSR möchten mit allen Faninstitutionen in einen Dialog einsteigen, wie wir den Geschehnissen vom Sonntag Rechnung tragen können und welche Möglichkeiten uns für die Zukunft bleiben.
Gleichwohl ist uns auch klar, dass das kein spezifisches Problem unseres Vereins ist, sondern vielmehr die logische Folge einer Sicherheitsspirale, die so massiv immer weiter gedreht wird, dass diese Geschehnisse sich geradezu ereignen mussten. Umso deutlicher wird, dass es nun die Aufgabe aller Kräfte unsere Fanszene ist, die Geschehnisse aufzuarbeiten und wirksame Strategien zu entwickeln, Fußballspiele in einem friedlicherem Kontext stattfinden zu lassen.
Wir möchten in aller Deutlichkeit klarstellen, dass uns stumpfe Fingerzeige auf einzelne Gruppen zuwider sind und wir diese für nicht zielführend halten!
Wir möchten auch auf die Stellungnahme des Fanladen verweisen, die wir in vollem Umfang mittragen.
Hamburg, 26.04.2012 FCSR der offiziellen Fanclubs des FC St. Pauli von 1910

Pressemitteilung des Ständigen Fanausschusses

Der Ständige Fanausschuss als Vertretung der organisierten Fanszene des FC St. Pauli unterstützt ausdrücklich die gestrige Stellungnahme der Vereinsführung. Die detaillierte Schilderung der Ereignisse deckt sich mit unseren Beobachtungen und den uns zugänglichen Augenzeugenberichten.

Der Schweinske-Cup war in den vergangenen Jahren stets ein Ereignis, das von den Fans unseres Vereins zum gemeinsamen und friedlichen Feiern genutzt wurde. Von Seiten der Veranstalter wurde diese rege Teilnahme ausdrücklich unterstützt.
Bereits im Vorfeld des diesjährigen Turniers war die Brisanz der Zusammensetzung bekannt, was in der Absage des HSV gipfelte. Umso unverständlicher erscheint uns, dass das Sicherheitskonzept von Veranstalter und Polizei derart versagt hat. Insbesondere gilt dies für die angereisten Zuschauer aus Lübeck, über welche bereits im Vorfeld eindeutige Erkenntnisse vorlagen. Dennoch konnte sich dieses Klientel ungehindert in der Halle bewegen, während der Bereich mit Anhängern unseres Verein frühzeitig eingekesselt wurde. Dies nutzen die Lübecker Anhänger zu rechtsradikalen Beschimpfungen, aber auch zu körperlichen Übergriffen in verschiedenen Bereichen der Halle, teilweise unter den Augen von Polizeibeamten. Die endgültige Eskalation wurde eindeutig verursacht durch einen Angriff von Rechtsradikalen und Hooligans auf den Block der St. Pauli-Zuschauer. Auch hier griff die Polizei erst dann ein, als St. Paulianer sich gegen diesen Angriff zu Wehr setzten. Die Polizei versuchte jedoch nicht, der Angreifer habhaft zu werden, sondern wandte sich mit massiver Gewalt gegen die Angegriffenen. Darauf folgten immer wieder wahllose Einsätze von Schlagstöcken und Pfefferspray, wiederholt auch gegen Unbeteiligte und Helfer. Währenddessen wurden die Angreifer von der Polizei unbehelligt – und samt der geraubten Materialien! – aus der Halle zum Hauptbahnhof geleitet.

Wir sehen jedoch nicht nur das Verhalten der Polizei, sondern auch die Berichterstattung in der Presse als fragwürdig an. Anstatt den genauen Hergang zu recherchieren und differenziert zu berichten übernehmen sogenannte „Journalisten“ unhinterfragt die Berichte von Polizei und Presseagenturen, deren Vetreter bei den Ereignissen nicht anwesend waren.

Der Gewaltausbruch am Freitag ist zurückzuführen auf rechtsradikale Angriffe auf St. Pauli-Fans und eine dilettantisch agierende Polizeiführung. Von einer „Auseinandersetzung unter Chaoten“ kann keine Rede sein. Wir verwahren uns strikt dagegen, dass (auch aktives) Eintreten gegen Rechtsradikalismus medial oder durch die Polizei mit ebendiesem in einen Topf geworfen und damit gleichgesetzt wird. Ebenso empfinden wir die Gleichsetzung des ungefährlichen Abbrennens von Pyrotechnik auf einem gemeinsamen Fußmarsch mit rechtsradikal motivierter Gewalt durch die Hamburger Polizei als skandalös.

Wir stellen wir uns ausdrücklich insbesondere hinter den Sicherheitsbeauftragten des FC St. Pauli Sven Brux. Für uns als Fans des FC St. Pauli sind Zivilcourage und Engagement gegen Rechtsradikalismus mehr als nur bloße Lippenbekenntnisse. Dies bedingt, dass in bestimmten Situationen auch aktives Eingreifen erforderlich sein kann. Wer dies pauschal als Billigung von Gewalt diskreditiert sollte es sich an anderer Stelle ersparen, geheuchelte Lippenbekenntnisse gegen Rechtsextremismus abzugeben.
Dies gilt insbesondere, wenn die Hamburger Polizei wie am Freitag offensichtlich nicht Willens ist, gegen rechtsradikale Straftäter einzuschreiten.

Hamburg, 10.01.2012

Ständiger Fanausschuss

Engagement beim Aktionsbündnis gegen Diskriminierung

Liebe Fanclubs,

heute ein etwas kürzerer Newsletter.

1. Aufruf an alle Sankt Paulianer

– Engagement beim Aktionsbündnis gegen Diskriminierung § 6 (2) a

– Ein Leben in Würde ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit. In vielen Stadien herrscht noch immer Rassismus, Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung oder Sexismus. Wir wollen nicht mit dabei sein, wenn Menschen ausgegrenzt werden! Nicht im Stadion, nicht vor dem Stadion, nicht um das Stadion herum!

§ 6 (2) a, das „Aktionsbündnis gegen Diskriminierung“ hat bereits am Millerntor Aktionen u. a. während FARE- Wochen durchgeführt, die ein breites Echo fanden. Viele Fanclubs hatten sich im Vorfeld bereits mit den Aufrufen solidarisiert. Aber wir wollen mehr. Wir wollen, dass sich alle Fans des FC Sankt Pauli gegen Diskriminierung engagieren!

Bekennt Farbe! Beweist durch euer Engagement, dass die Selbstverständlichkeit gegen Diskriminierung zu sein, keine Floskel ist!

Aktionsbündnis der Fans des FC St. Pauli gegen Diskriminierung § 6 (2) a

Für Leute, die mal „reinschnuppern“ wollen:

Unser nächstes Treffen ist am Montag, dem 21. März 2011 um 19:30 Uhr im „Feldstern“, Sternstraße, unweit des „Kunst“.

2. Sprecherrats-Stammtisch

Der nächste Stammtisch findet am 28.03.2011 um 20 Uhr im Fanladen statt. Kommt. Stellt Fragen. 🙂

Euer Fanclubsprecherrat

Einladung Fanclub-Freilichtturnier 2011

Liebe Fanclubs und Fangemeinden,

Am Samstag, 28. Mai 2011 findet das 12. Freiluftturnier der offiziell eingetragenen Fanclubs statt. Aufgrund der unklaren sportlichen Situation sowie des Umbaus auf dem Trainingsgelände, wird es diesmal wieder nur ein eintägiges Turnier geben und das Teilnehmerfeld ist im Hauptturnier auf 32 Teams reduziert. Es kann vor Ort diesmal nicht gezeltet werden!!!

Bitte meldet euch mit dem angehängten Formular für das Fanclub-Turnier an. Die Auslosung der teilnehmenden Fanclubs findet Ende April im Rahmen eines U-18-Treffens statt. Erst danach bekommt ihr eine Teilnahmebestätigung und auch erst dann könnt/müsst/dürft ihr das Startgeld von 30 Euro bezahlen.

Wir werden voraussichtlich um 10.00 Uhr beginnen und gegen 18.00 Uhr mit dem Finale das Turnier beenden. Es wird auch wieder ?Spaßgruppen? geben.

Die Teilnahmebedingungen:

– Das Teilnehmerfeld ist auf 32 Teams begrenzt. Die ersten 8 vom letzten Jahr sind qualifiziert für dieses Jahr, müssen sich allerdings zurückmelden, wenn sie wieder teilnehmen möchten (siehe Anmeldefrist).

– Der Frauen-Fanclub ?Milchschnitten? (soweit sie sich denn anmelden) und unsere U-18 bekommen auf jeden Fall einen Startplatz.

– Teilnahmeberechtigt sind wie immer ausschließlich Fanclubs, die ihren Saisonbeitrag einschließlich dieser Saison (2010/2011) rechtzeitig bezahlt haben ? das hätte i.d.R. bis Ende August 2010 der Fall sein sollen!!!

Wenn ihr teilnehmen wollt, füllt bitte den Anmeldebogen aus und sendet diesen bis Freitag, 1. April 2011 an uns per E-Mail an fanladen@gmx.de zurück. Telefonische Meldungen können leider nicht berücksichtigt werden, Anmeldungen per Fax, Post oder ?analog? werden NICHT angenommen! Anmeldungen, die an den Sprecherrat geschickt werden, werden ebenfalls NICHT berücksichtigt.

Alle ausgelosten Teams erhalten dann nach der Auslosung eine Teilnahmebestätigung und kurz vor dem Turnier den Spielplan. Bitte keine Teilnahmegebühr vorab überweisen!!!

Ein leidiges Thema ist immer wieder die ?überengagierte? Spielweise einiger SpielerInnen/Teams. Wir appellieren nochmals an alle Beteiligten: Dies ist ein Fanclub-Turnier von Fans, mit Fans, für Fans. Im Vordergrund stehen der Spaß und das Zusammenkommen!

Hier findet Ihr das Anmeldeformular:

http://dl.dropbox.com/u/4018990/FCSR/Anmeldebogen.doc

Euer Fanladen-Team und Fanclub-Sprecherrat

Fanszene des FC St.Pauli veranstaltet Aktionstag

Die Auseinandersetzungen der letzten Monate zwischen der Fanszene und den Verantwortlichen des Vereins haben sich sehr stark mit den Aspekten einer überbordenden Kommerzialisierung beschäftigt und diese Kämpfe sind noch lange nicht beendet, es gilt sie weiterzuführen und Schritt für Schritt das Alleinstellungsmerkmal des FC St. Pauli mit den wirtschaftlichen Gegebenheiten des Prof…ifußballs abzugleichen und eigene Wege zu finden.
Doch genauso intensiv, wie wir Ansprüche an die Vermarktung unseres geliebten Clubs anlegen, genauso intensiv stellen wir diese Ansprüche auch an uns selbst.

Eine Fanszene, die Werte jenseits des Mainstreams verteidigen will, muss sich auch selber fragen, wie sehr sie diese Werte eigentlich noch lebt und verteidigt. Beides gehört zusammen um selbstbewusst und kämpferisch sagen zu können: „Ich weiß warum ich hier stehe.“

Deshalb haben alle aktiven Gruppen der Fanszene einen Aktionstag zum Heimspiel gegen Stuttgart ausgerufen, an dem wir zeigen wollen, wie sehr wir uns selbst eigentlich noch hinterfragen. Und die zentrale Frage an diesem Tag lautet:

Warum bist du eigentlich bei St. Pauli?

Weil der FC St. Pauli…
…so kultig und anders ist?
Weil die Stimmung am Millerntor so toll ist? Weil hier Faschisten keine Chance haben? Der Punker neben dem Banker steht?
Weil St. Pauli europaweit für seine alternative Fanszene beneidet wird?
Weil hier nicht die üblichen Fußballprolls die Kurven prägen und du dich auch als Frau wohl fühlst? Oder weil es hier immer noch Bier gibt, welches ohne Plastik bezahlt werden kann? Wegen all dieser Dinge? Ja!?

Dann denk mal darüber nach, warum wir so sind. Warum unser gefeierter „Jahr100Verein“ erst seit einem guten Vierteljahrhundert diesen besonderen Ruf genießt. Und wieso ein Haufen braun-weißer Fans damals aktiv wurden und anfingen, einen Gegenpol zum hiesigen Fußball-Mainstream durchzusetzen, trotz aller Widerstände auch hier vor Ort. Die Leute in den 80ern wünschten sich auch nicht viel mehr als ein sozialeres Verhalten untereinander bzw. einen respektvolleren Umgang – neben dem größtmöglichen Spaß beim Fußball gucken, versteht sich. Entgegen manch anderer Meinung schließt sich das zudem auch nicht aus. Und wir sehen das heute immer noch so. Grundsätze, wie das Bekämpfen jeglicher Art von Diskriminierung, fanden ihren Ursprung in der aktiven Fanszene und wurden längst fest in der Stadionordnung und den Leitlinien verankert. Und ist es nicht so, dass auch du nur aufgrund dessen eines Tages mal ans Millerntor gekommen bist? Damals wie heute gilt es, diese Grundsätze zu wahren und jede_n, der/die von sich behauptet St.-Pauli-Fan zu sein, immer wieder daran zu erinnern, was das bedeutet. Greifst du mit deinen Freunden wirklich ein, wenn aus eurem Kurvenumfeld z.B. Gegenspieler rassistisch beleidigt, oder Frauen ganz offensichtlich belästigt werden? Gerade in einer Zeit, wo der Fußball immer mehr zum Massenspektakel verkommt und soziales Engagement kommerziellen Interessen weichen muss, ist es notwendig klar Stellung zu beziehen. Ansonsten wird auch unser Club eines Tages nichts anderes sein als ein weiterer stinknormaler Hamburger Fußball-Verein…

Denk also mal wieder ernsthaft nach über dein Verhalten im Stadion, über deine Wortwahl gegenüber Gästefans oder den Schiedsrichtern, über deinen unverhältnismäßigen Alkoholkonsum oder ähnliche Dinge, die mit dazu beitragen, den Mythos vom „anderen Club“ weiter zu zerstören.

Auch die Vereinsführung und die Mannschaft unterstützen uns an diesem Tag, um mit verschiedenen Mitteln und Aktionen diese Fragen an alle Fans zu richten.

Wir hoffen, dass dadurch ein Denkprozess angestoßen wird, der uns alle noch mehr zusammenführt in einem Anspruch etwas ganz Besonderes leben zu wollen am Millerntor und auswärts in den Arenen dieses Landes. Vor und nach dem Spiel, im Viertel und überall auf der Welt, wo wir als St.-Pauli-Fans leben und diesen Club lieben.

Die aktive Fanszene des FC St. Pauli

U13-Spieler beim FC St. Pauli von der Abschiebung bedroht

Liebe Fanclubs,

heute wenden wir uns in einer – wie wir finden – dringenden Angelegenheit an Euch.

Samir – U13-Spieler beim FC Sankt Pauli ist von der Abschiebung innerhalb weniger Tage bedroht. Nicht nur wir finden, dass Abschiebungen grundsätzlich abzulehnen sind. Hier handelt es sich zusätzlich auch noch um einen Jugendlichen.

Hier findet Ihr weitere Infos:

http://www.facebook.com/pages/St-Pauli-fur-Samir-Abschiebung-verhindern/177490978962303

http://www.spiegel.de/deinspiegel/0,1518,740376,00.html

http://stpauli.nu/?p=1956

Wir finden, dass diese Abschiebung verhindert werden muss. Wie wir erfahren haben, ist der FC Sankt Pauli auch schon aktiv und im Kontakt mit der Familie, wir bitten Euch trotzdem Eure Meinung der Zentralen Ausländerbehörde mitzuteilen.

Kontaktdaten:

Zentrale Ausländerbehörde

Herr Dr. Bushart

Herr Bruhns

Tel: 040 42839-2290 + 2291

Fax: 040 42839-2966

bfi.asyl-service@eza.hamburg.de

Vielen Dank für Eure Unterstützung.

Euer

Fanclubsprecherrat und Fanladen

Erklärung von Ballkult eV zu den Angriffen aufs Jolly am 05.02.2011

Fankneipe Jolly Roger Ziel von Angriffen

Wir stellen fest:

Am 05.02. gegen 22.00 Uhr griffen bis zu 200 Personen das Jolly Roger in der Budapester Straße an. Zuvor lief diese Gruppe unbehelligt vom Hans-Albers-Platz über Reeperbahn und Hein-Hoyer-Straße. Der Angriff konnte von vielen Menschen abgewehrt werden. Die Polizei erschien erst etliche Minuten später und ging zunächst mit Schlagstöcken gegen St. Pauli-Fans vor dem Jolly Roger vor. Hierbei wurden einige Gäste leicht verletzt.

Noch mehrfach in der Nacht wiederholte sich das Szenario, hier war die Polizei aber früher vor Ort. Im Gebiet zwischen Paulinenplatz und Reeperbahn kam es über Stunden zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und HSV-Fans. Hierbei wurden Autos und Scheiben von Lokalen in Mitleidenschaft gezogen. Zu keiner Zeit haben größere Gruppen von St. Pauli-Fans das Jolly Roger verlassen.

Um ca. 2.00 Uhr wollte eine Gruppe von 4 Menschen vom Paulinenplatz zum Jolly Roger gehen. In der Paulinenstraße wurden sie von behelmten Polizisten ohne Grund und ohne Vorwarnung angegangen und in einen Hauseingang gestoßen. Ein junger Mann wurde in Gewahrsam genommen. Eine junge Frau wurde von der Polizei zu Boden gestoßen. Hierbei wurden ihr beide Unterarme gebrochen. Die Aufforderung, einen Rettungswagen zu rufen, wurde zunächst ignoriert und ihr stattdessen geraten, sich ein Taxi zu rufen. Der später doch noch eintreffende Rettungswagen brachte die Frau ins Krankenhaus St. Georg, wo sie sich auch am heutigen Sonntag Nachmittag noch befindet und auf die notwendige Operation wartet. Der in Gewahrsam genommene Mann wurde am Morgen zeitgleich mit 4 HSV-Fans entlasssen. Ein Grund für die Maßnahme wurde bis jetzt nicht genannt. Die Betroffenen beraten derzeit rechtliche Schritte gegen die Polizei wegen Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung.

Um so entsetzter sind wir angesichts der Tatsache, dass noch in der Nacht auf der homepage einer großen Tageszeitung unter Berufung auf eine Polizeisprecherin zu lesen war, Gruppen von St. Pauli-Fans wären den ganzen Abend randalierend durch St. Pauli gezogen.

Wir fragen uns:

Wie kann es angehen, dass es einer großen Gruppe Angreifer gelingt, 700 Meter unter den Augen der Polizei in Richtung Jolly Roger zu laufen, um einen Angriff zu starten? Wir erinnern daran, dass dies auch bereits nach dem Derby-Hinspiel geschah.

Ist die Polizei Hamburg so unfähig oder steckt politischer Wille dahinter? Soll kurz vor der Wahl noch ein bisschen auf der Klaviatur der inneren Sicherheit gespielt werden? Warum werden offensichtlich gezielte Falschmeldungen gestreut, um St. Pauli-Fans zu diskreditieren?

Warum taucht der schlimme Vorfall mit der verletzten Frau in keinem Polizeibericht auf?

Für uns heißt dies, dass der Schutz unserer Läden und Einrichtungen nach wie vor selbst organisiert werden muss und wird.

Wir bedanken uns bei den vielen Menschen, die sich in der vergangenen Nacht solidarisch und angesichts der Provokationen der HSV-Einzeller besonnen verhalten haben.

Wir wünschen der verletzten Frau eine baldige und vollständige Genesung.

Wir fordern eine Aufklärung des erneuten polizeilichen Fehlverhaltens. An letzteres glauben wir allerdings nicht mehr, da nach dem Polizeiüberfall auf das Jolly Roger im Juli 2009 (!) immer noch kein Polizist zur Rechenschaft gezogen wurde.

Unser Mitgefühl gilt auch all den vielen Fans, die aus anderen Städten und Ländern (die weiteste Anreise hatten 2 Fans aus Australien) umsonst angereist sind und nun wie auch der FC St. Pauli auf den entstandenen Kosten sitzen bleiben, weil der ?Weltclub? vom Stadtrand es nicht auf die Kette bekommt, einen bespielbaren Rasen zu präsentieren.

Wir haben Euch was mitgebracht: Gras! Gras! Gras!

Jolly Roger/BallKult e.V.

Hamburg St. Pauli, den 06.02.2011

Gemeinsamer Marsch zum Derby

Am Derbytag treffen wir uns um 10 Uhr auf dem Südkurvenvorplatz und machen uns dann alle gemeinsam auf zum Stadtrand. Darauf haben sich alle organisierten Gruppen und der Fanladen geeinigt. Es geht dann über Othmarschen, dort ist das Weitergehen für 12 Uhr geplant, in Richtung Stadion. Kommt alle zur Südkurve, wird sicher ein netter Start in den Tag.

Wer meint, Derbymarsch hieße, unbedingt sich sinnfrei an Bullenketten abzuarbeiten, Böller zwischen Mitfans und andere Menschen zu werfen, sich pitschnass spritzen zu lassen und sich auch sonst wie der letzte Volltrottel zu benehmen, der ist dort falsch.

Offener Brief des Fanausschusses

An alle Fans und Mitglieder des FC St. Pauli
Am 18. Januar fand das turnusmäßige Treffen zwischen dem Ständigen Fanausschuss und dem Präsidium des FC St. Pauli statt.
Gemäß der von uns vorgelegten Agenda wurden verschiedene Themen besprochen, wobei das Thema der Vermarktung erwartungsgemäß den größten Raum einnahm.

Das Präsidium bezog zu den verschiedenen Forderungen der Sozialromantiker-Initiative Stellung. Die Aussage des Präsidiums in der gestrigen Pressekonferenz, alle Vorwürfe seien geklärt und entkräftet, ist aus unserer Sicht nicht zutreffend.
In manchen Punkten blieben wir verschiedener Meinung, andere gilt es weiter zu diskutieren oder zu beobachten. Im Übrigen war kein Vertreter der Sozialromantiker anwesend und schon deswegen steht es uns nicht zu, die Petition als geklärt und entkräftet zu bezeichnen. Seitens des Präsidiums wurde angekündigt, ab sofort eine Gruppe aus Vereinsverantwortlichen zu installieren, welche alle neuen Werbemaßnahmen bereits im Vorfeld kritisch überprüfen soll. Außerdem wurde durch das Präsidium die dringend notwendige Verbesserung der Kommunikation zwischen den zweimonatlichen Treffen zugesagt.

Die intensive Diskussion hat uns verdeutlicht, dass der aktuelle Konflikt zwischen Vereinsführung und Fans sich nicht an einzelnen Sachfragen festmachen lässt, sondern sich auf einer anderen Ebene bewegt: Für Teile der Vereinsführung ist der FC St. Pauli ein Wirtschaftsunternehmen, eine „Marke“ und ein Hobby.
Für viele Fans im Stadion ist der Verein jedoch weit mehr als dies: nämlich ein Stück ihres Lebens und ihres Lebensinhaltes und somit keine rationale, sondern eine Herzensangelegenheit. Insofern können die Festlegungen in den Leitlinien allenfalls als Entscheidungshilfen, jedoch nicht der formaljuristischen Auslegung dienen.
Wir sehen das Präsidium in der Pflicht, nicht nur nach wirtschaftlichen Aspekten zu entscheiden, sondern das emotionale Befinden der Fanszene in allen Entscheidungen zu berücksichtigen. Die Proteste beim Heimspiel gegen Freiburg waren für uns kein störender Nebenschauplatz, sondern ein eindrucksvolles Zeichen gelebter St. Pauli-Kultur. Ebenso sind nach unserem Verständnis politische Äußerungen im Stadion elementare und konstituierende Bestandteile des Vereins. Gleichzeitig verwahren wir uns gegen die aus verschiedenen Bereichen des Vereins zumindest unterschwellig erhobenen Vorwürfe, die Unterstützung der Mannschaft werde unter den aktuellen Streitigkeiten leiden – wir alle haben am Samstag das Gegenteil bewiesen und erwarten, dass diese und ähnliche Verknüpfungen des Protestes mit anderen Themen künftig unterbleiben.

Das nächste Treffen zwischen Vereinsführung und Ständigem Fanausschuss wird Ende März stattfinden. Wir halten die positiven Signale aus dem Präsidium für anerkennenswert und werden auf dem nächsten Treffen ein erstes Zwischenfazit bezüglich der Zusagen des Präsidiums ziehen. Selbstverständlich werden wir auch in der Zeit bis zu diesem Treffen Entscheidungen und insbesondere Maßnahmen der Vermarktung kritisch begleiten und, falls nötig, intern oder öffentlich Stellung beziehen.

Hamburg, 20.01.2011
Ständiger Fanausschuss
Kontakt über: Fanladen St. Pauli