Hallo WELT!

Ahoi Zusammen,

manchmal hat man keinen Bock schwimmen zu gehen und wird dann doch ins Wasser gestoßen.

Haben wir uns bis hierhin doch ganz bewusst zu der Veranstaltung heute Abend nicht medial geäussert und die Kommunikation nach innen gesucht, lesen wir nun in der „Welt“ unseren Namen. Genauer gesagt eigentlich euren Namen. Wir vertreten nämlich in erster Linie euer Mandat und ihr vertraut uns da seit etlichen Jahren. Herr W. Langmaak von der Welt hat zu keiner Zeit mit uns gesprochen. Unsere Haltung und unser Sprachgebrauch war zu keinem Zeitpunkt für die Medien bestimmt. So wie wir es immer machen, wenn es um unsere Kernaufgabe geht, so wie ihr uns schätzt.

Warum der FCSR nun in Langmaaks Artikel zu einer Veranstaltung, die bei einer Vielzahl der Fanclubs auf Unverständnis trifft, eine Rolle spielt und wer meint in unserem Namen Einschätzungen zu veröffentlichen, ist uns nicht klar. Klar ist unsere Haltung in der Sache, die euch bekannt ist, und klar ist euer mehrheitliches Mandat. Alles Andere dann persönlich auf der Delegiertenversammlung.

Euer FCSR

Völlig losgelöst? Ansichtssache…

Was ein beschissener Spieltag für uns. Alles war so schön angerichtet, alle hatten eigentlich Bock und alle waren mit dem Verlauf der Vorbereitungen zufrieden. Nun finden wir uns zwei Tage später in einem Loch wieder, welches uns weder gefällt, noch zu uns passen sollte. Was war denn bitte mit der Mannschaft los? Was war denn bitte mit uns los?

Um unser Statement zu verstehen hier noch einmal die Eckdaten, in denen wir unsere ehrenamtliche Arbeit sehen, nach der wir handeln wollen und die uns in den letzten zwölf Jahren ausgemacht hat:

  • Wir sind das gewählte Gremium der offiziellen Fanclubs des FC St. Pauli von 1910 e.V.
  • Wir handeln und denken innerhalb dieses Mandates im Sinne der größtmöglichen Schnittmenge der Fanclubs und der Delegierten, die Jahr für Jahr zur Delegiertenversammlung erscheinen.
  • Aus den dort stattfindenden Gesprächen, Diskussionen und Beschlüssen definieren wir unser Handeln und fühlen uns diesen verbunden.
  • Wir sind uns sicher, im Rahmen unserer Erfahrung der letzten Jahre bisher damit einen größtmöglichen Teil der Fanclubs vertreten zu haben.

Zu den Vorkommnissen am Sonntag im Stadion ließe sich ein Themenabend machen und wir sind auch nicht in der Lage und willens, jede einzelne Fackel und jedes einzelne Spruchband zu analysieren und zu kommentieren. Dennoch möchten wir neben tollen, bereits veröffentlichten Beiträgen (Millernton, Magischer FC) etwas zu der unerträglichen Situation ab dem Moment „Präsentation Gegnermerch“ verlautbaren und zum Denken anregen.

Es war bisher Konsens, dass das Präsentieren von „Beute“ bei uns nichts verloren hat. Diese Kultur der Darstellung von Gewaltmonopolen sowie das Abfeuern von “Leuchtkugeln auf das Spielfeld“ ist nicht nur völlig sinnbefreit, sondern steht für uns in einem nicht zu duldendem Gegensatz zu einer Philosophie, die Diskriminierung, Unterdrückung und Gewaltverherrlichung nicht akzeptiert. Hier war die Kommunikation an alle Gruppen auch immer eindeutig. Wir verurteilen das Handeln scharf. Es gibt nicht annähernde Mehrheiten für diesen Style und keiner der offiziellen Fanclubs unterschreibt diese „Performance“.

Die Folge war ein Pauschalbrüll, dessen Hall uns noch jetzt irritiert. War es doch schon rein optisch erkennbar, dass weder die gesamte Süd, noch – und auch insbesondere – „die Ultras“ Gesamtverantwortung dafür tragen. Die Südkurve besteht nicht nur aus USP und nicht alle Personen mit einem roten Tuch um den Hals bilden eine homogene Gruppe. Auch darum muss aus den pauschalen Anfeindungen im Stadion ein Dialog mit allen Beteiligten werden.

Ein Derby ist immer eine emotional, organisatorisch und auf weiteren Ebenen extreme Situation im Fußballzusammenhang. Es hat für die unterschiedlichen Fans eine unterschiedliche Bedeutung mit daraus resultierenden Folgen. Für einige stehen die Sticheleien im Büro in der Woche davor und danach im Vordergrund, andere arbeiten monatelang auf das große Ereignis hin, bereiten die Choreographie vor etc. Durch die fortschreitende Medialisierung und Digitalisierung werden darüber hinaus für immer mehr Menschen die Bilder im Nachhinein wichtiger als das eigentliche Erlebnis an sich. Es geht vielen v.a. um Selbstdarstellung und Profilierung, man verkauft sich so gut wie möglich. Den einen reicht hierfür ein Selfie mit der Choreo im Hintergrund für Instagram, die anderen wollen mit möglichst spektakulärer Inszenierung größte Medienöffentlichkeit erreichen. Letztgenannte müssen sich immer aufsehenerregendere Aktionen einfallen lassen, um ihr Ziel zu erreichen, wie wir es am Sonntag leider miterleben mussten. Ein fataler Trend!

Nun sind wir uns sicher, dass wir mit dem Fanladen ein großartiges Fanprojekt haben, das sich den pädagogischen Aufgaben widmet und widmen wird. Dies wird gerade im Fussballkontext in keiner Fanszene der Welt öffentlich geschehen. Das wird nirgendwo zu öffentlicher Zurschaustellung von Ergebnissen und Konsequenzen führen und das ist auch gut so. Auch wir sehen wie der Verein die Aufarbeitung nach innen als erstes Instrument. Wir wissen, dass der Dialog beginnt, es ist jeder selbst gefordert, sich aktiv daran zu beteiligen.

Unsere Botschaft ist unmissverständlich. Das Begehen von Straftaten um Beute zu präsentieren ist inakzeptabel und darf nie wieder vorkommen. Wir alle tragen Verantwortung in diesem heterogenen Kosmos des FC St. Pauli. Wir alle sind dazu aufgerufen, die Möglichkeit zu nutzen um unsere verschiedenen Facetten von Fußball-Fankultur selbst zu definieren und auszuleben. Das ist immer auch Veränderung und immer auch Kampf für Werte, die über Allem stehen. Das ist immer auch mal Frust und Enttäuschung. Aber es darf nie Alleingang und Schaden und nie Ausgrenzung und Hass werden.

Euer FCSR

PS: Flora bleibt!

Medienberichterstattung FC St. Pauli und Rote Flora

Lieber Erdball,

die Diskussionen um und die Instrumentalisierung der Roten Flora, der Leute, die diese seit Jahren ausmachen und der Versuch das Viertel und seine Menschen zu spalten, machen uns wütend. Wie anmaßend, dass Medien sogar den Versuch machen, unseren Verein, unsere heterogene Fanlandschaft und unser aller Ehrenamt in Sport, Kunst und Miteinander zu torpedieren.

Wir meinen, es reicht!

Nehmt eure populistischen Finger aus unseren Wunden, die wir selber bestens heilen. Unsere Kraft reicht seit Jahren für kontroverses Gemeinsam. Die Flora ist mehr als ein Symbol, das einige scheinbar als Skalp vor der Bundestagswahl in den Himmel gereckt sehen wollen.

Die Rote Flora ist Teil eines funktionierenden Stadtteils, der genauso gut und schlecht funktioniert, wie die Menschen, die ihn ausmachen. Der genauso eine bunte Mischung zwischen Melancholie und Fröhlichkeit eint. Der genau so Inspiration für Apotheker bis Zimmerer ist. Der genauso Musiker und Produzent zusammen bringt. Der genauso Hipster, Werber und Antikapitalisten durch ihre Liebe zu unserem Verein und Stadtteil eint. Ihr wollt es verstehen? Das könnt ihr nicht, denn ihr fühlt es nicht!

Vielleicht aber so: Nehmt dieser Marke Hamburg den Geist von Sankt Pauli und ihr schwächt den Markenwert dieser Stadt. Was für eine ekelige Tatsache für eure Welt der Ersetzbarkeit und Kurzlebigkeit. Nicht wahr?  Wir als Vertreter der offiziellen Fanclubs des FC Sankt Pauli beziehen hier unmissverständlich Position, dass Räumungsgedanken über die Flora und damit Zerstörung und Spaltung des Stadtteils nicht hinnehmbar sind. Wir sind auch Hamburg!

PS. Flora bleibt!

 

Fanclubsprecherrat der offiziellen Fanclubs des FC St. Pauli und Fanladen St. Pauli im Juli 2017
und diese weiteren Unterzeichner:
    

Abteilung Fördernde Mitglieder (AFM)
admit-nothing.de – Sankt Pauli Blog
Aeternum Sankt Pauli
Aktionsbündnis gegen Homophobie und Sexismus
Alte Schule Sankt Pauli
AMK Sankt Pauli
Arschrockjugend St. Pauli
Artivisti St. Pauli
Astra Bagaluten
Astrakörper
Attiilas Erben
Autohof St. Pauli
Bagaluten 1910 Anglia
Bagdad Calling
Ballkult e.V.
Basis St. Pauli
Berliner Reisejunkies
BKSP
Blaubären Bonn
Blocknachbarn St Pauli
Blockrebellen
Blutgrätsche Quedlinburg
Bolzinferno Sankt Pauli
Born to suffer
Braun Weiss Bamberg
Braun-Weisse-Sippe
Braun-weiße Göttinger
Braun-Weiße Parallelgesellschaft
Breite Masse
Breitseite St. Pauli (BSSP)
Bremsbier Barmstedt
Brigade Zero
Brightside St. Pauli
Brown Panthers St. Pauli
C-Block Bagaluten
Carpe Diem
Cephalopoden
Chaos Crew St Pauli
Chaotiker
Conexion St. Pauli
Confetti-Chaos-Crew St. Pauli
Cosa Nostra Sankt Pauli
Cowabunga St. Pauli
Crazy Pauli Supporters
Daeng Daeng
De Schietbüddels
Der Schatten fällt nach hinten
Der Übersteiger
Dianas Darlings
Die Desorganisierten St. Pauli (DSP)
Die kleinen Mexikaner
Die Spinner
Die Sprottentalpiraten
Die Staniisten
Die Verwirrten
Die Vogelfreibeuter
Die Zauntitanen
Die üblichen Verdächtigen
Diekpedder
Drecknecks Hamburg BC
Drehmoment FCSP
East River Pirates New York City
EM:SP
Emscher Crew St. Pauli
Entfants Terribles
Ey, die Hunde
F.F.A. St. Pauli-Husum
Fanclub 100 Zechen
Fanclub Antifascio, Liberta St.Pauli
Fanclub Blödes Volk
Fanclub Chiemsee Bierratten
Fanclub FC42
Fanclub Forza Sankt Pauli
Fanclub Hirn und Anker
Fanclub HoPiHaLiDos
Fanclub Jauchekrebse
Fanclub Keine Ahnung
Fanclub Kumba Yo
Fanclub Paradoxe Aktion
Fanclub Skarrastka
Fanclub We’re coming back
Fanclub Welcome to hell
Fanclub Wi köönt ok anners
Fanclub You can get it if you really want
Fancub Hafenklang
Fanräume e.V.
Farmsener Freibeuter
FC St. Pauli Brazil
FC St. Pauli Roller Derby
FC Tortuga
FCSP Athens South End Scum
FCSP Nerds
Feuchte Biber
Filstal-Piraten
Forza 27 Diaspora
Frau Dörte Becker
Freibeuter Oberberg
Freibeuter1910 DD-Neustadt
Freundeskreis 1910
G.A.S.
G.C.S.P.
Gebirgsmarine Hermsdorf
Gleiche Höhe 08
Gorilliaz Sankt Pauli
Grenzenlos Sankt Pauli
halb links gegen gerade
Hamburg trinkt braunweiss e. V.
Hangover Deluxe
Heiis&Cool St. Paul
Hinchas
Hinterm Aldi
Hömma Sankt Pauli-Ruhrpottcrew
If the Kids are united
Internetfanclub The Netpirates
Jolly Grover
Juventus Senile San Paolo
Kampftrinker Neu Wulmstorf
Kanalratten Rendsburg
Kaputten Köpfe Sankt Pauli
Knappomat Affglitsch
Kollektiv 20359
Kranken Franken
Kru Bitterlich
Last Minute St. Pauli
Likedeeler St. Pauli
Linke Gerade Sankt Pauli
Linke Spur St Pauli
Lion Crew FCSP
Low-Society St. Pauli
Mach die Glocken an
Magische 3für5
Magische Fanclub
Mein Viddel, meine Loide, mein Verein
Millerntor Brigade
Millerntoristen
Mofas End since 0815
Mosquitos Sankt Pauli
Muckefuck St. Pauli
Natural Born Quiddjes
Nice Guys Sankt Pauli
Nikotiner Mönche
No-Tengo-Idea
Nordlichter St. Pauli
Oikaryoten
Old Dubliner
OSCP
otzen*otzen
Panik Salut
Pappboys St.Pauli
Pendler Lüneburg
Pilsette1910
Piratenbrigade1910 Berlin
Pommes braun-weiss
Ponyclub 2. Damen
Province Fanatics
Pröppers Vendetta
Punkrock Sankt Pauli
R.A.S.T.-St.Pauli
Raiders
Rakete Lumbargo
Ramba Zamba
Ramtamtam Sankt Pauli
Redaktionskollektiv magischerfc.de
RGT Reisegruppe Trümmer
Rhein-Neckar-Zeck*innen
Rhoihessenfront
Roter Stern St Pauli
Ruhrpottpiratten
S.C.U.M. United
Samba St. Pauli
Sankt Pauli Bajaasch
Sankt Pauli Exil Supporters Stuttgart
Sankt Pauli Holland
Sankt Pauli Twenty One
Scheissegal St. Pauli
Schnarchnasen Süd
September Brigade
Siegfried & Oi
Skinheads St. Pauli
Slaski Fanclub St Pauli
St Caraideans
St Pauli Supporters Senftenberg
St Pauli Unicorns
St. Depri – Wir sind immer für uns da e. V.
St. Pauli Astranauten
St. Pauli Syndikat
St. Pauliatrie Oldenburg
Straight Edge St Pauli
Strobo Braun-Weiss
Subbuteo St. Pauli
Szenario Kaos
Südzecken Sankt Pauli
The hell of FC St. Pauli – kiezkicker.de
Tiki-Taka St. Pauli
TJ Graceland
Treppenzecken St. Pauli
Turbo St. Pauli
Underdogz St. Pauli
Vestpiraten
Veteranen
Viva con Aqua
Viva con Astra
Viva el Mestizaje
Voll St. Pauli
Wir seh’n uns drinnen
WKA Trullerbü
Wolpertinger Sankt Pauli
Wortkarg seit 1910
Zappzarapp FCSP
Zeckenkombinat Braun-Weiss
Zeckensalon
Zielgruppe

* Der Text wurde zur besseren Lesbarkeit nicht korrekt gegendert. Das tut uns Leid.

Offener Brief an NestWerk/Tag der Legenden

„Im sportlichen Spiel lernen sie Respekt und Fairness, Toleranz und Solidarität. “ diesem Zitat aus dem Portfolio der NestWerk Stiftung ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Desto erstaunter sind wir, dass zu einem der Haupteinnahmequellen gehörenden Fußballevent ein Spieler eingeladen wird, der sich vor kurzem noch vor populistischen Aussagen positioniert hat.
Wir wollen sicher nicht deskriditieren, aber selbst die Erklärungsversuche waren eher dünn und von „öffentlichem Druck“ geprägt.

Der Ehrenrat des FC St. Pauli hat hierzu ein deutliches Zeichen gesetzt und eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen.

Die Argumentation von NestWerk, dass dieses Fußballspiel nicht im Zusammenhang mit dem FC St. Pauli stattfindet ist aufgrund von Spielstätte und vor allem unter dem Gesichtspunkt der Teilnehmenden Sportlichen Leitung unseres Clubs nicht minder kritisch zu sehen. Letztlich sorgt dieses unsensible Handeln für Verwirrung und adressiert nun Fragen an Trainer und Geschäftsführer Sport. Will man hier mitmachen? Im Raum der Tatsachen steht zur Zeit der Ausschluss aus dem Traditionsteam als Konsequenz für den Spieler,für uns eine richtige Meinung und Entscheidung.

Den Sport dennoch gemeinsam auf unserem Rasen auszuüben sehen wir mit Verwunderung.Wenn man im Grundsatz hier eine Trennung sieht, wenn man das Thema anders lösen will und Chance und Neuanfang für den Spieler ermöglichen möchte, dann steht dazu. Dann wünschen wir uns auch eine klare Aussage und Argumentationshilfe für diese Entscheidung.

Der Meinung müssen wir als FCSR nicht folgen, würde Sie aber sicher für die heterogene Menge der Meinungen am Millerntor und auch bei den Fanclubs einordnen. Sammeln wir uns also und stehen gemeinsam für Respekt,Toleranz und Solidarität…

Fanclubsprecherrat August 2016

Offener Brief an Herrn Mazingu-Dinzey

Mit Erschecken mussten wir feststellen , dass Sie sich mittlerweile im Umfeld der so genannten „besorgten Bürger“ bewegen und deren dumpfen Parolen weitertragen.
Als Spieler unserer Traditionself und Mensch,der sich bisher immer gern mit dem Geist des Millerntor präsentiert hat, erwarten wir an dieser Stelle, gerade im öffentlichen Raum, jedoch eher den Grundkonsens unseres Vereines, antifaschistisch, antirassistisch und gegen Diskriminierung.

Einen „unserer“ Spieler als Bannerträger auf einer Demo zu sehen, deren dumpfes, populistisches Auftreten, egal unter welchem Namen, bundesweit fließend zwischen Besorgnis, Rechtsoffenheit und purem Neonazitum daherkommt, erschüttert uns. Wir wollen mit ihnen nichts mehr zu tun haben und erwarten auch keinerlei Auftritte mehr im Dress und im Umfeld des FC St. Pauli. Wenn ihre gesellschaftspolitische Auffassung sich für so eine Demo entscheidet ist das Ihre Sache, natürlich, nur bleiben Sie dann unserer Sache fern. Den Ehrenrat des Vereines haben wir über unsere Auffassung dahingehend informiert. Sie passen so nicht ans Millerntor.

In unserem Verein gilt weiterhin : Kein Fußball den Faschisten. Niemals!

Fanclubsprecherrat FC St. Pauli
Juni 2016

Aktionsbündnis vom FC St. Pauli enttäuscht

Nachfolgend dokumentieren wir eine Stellungnahme des „Aktionsbündis gegen Sexismus und Homophobie“.

Aktionsbündnis vom FC St. Pauli enttäuscht

Wie wichtig ist den Verantwortlichen des FC St. Pauli ihr Engagement gegen Homophobie wirklich?
Dieser Frage müssen wir uns leider aktuell stellen. Zwar bekennt sich der Verein über alle sozialen Kanäle gegen Homophobie und Sexismus, präsentiert sich mit Ideen wie Regenbogensaum beim Auswärtstrikot oder lässt schon mal die verwaschene Regenbogenflagge auf dem Millerntor- Stadiondach gegen eine neue austauschen, doch einige Stellschrauben müssen scheinbar nachgezogen werden, damit dies nicht nur als Lippenbekenntnis erscheint.
Es gibt nämlich ärgerliche Gegenbeispiele. So verschwand z.B. mir-nichts-dir-nichts die Regenbogen- Kapitänsbinde in der Schublade. Auf Nachfrage gab es eine wenig überzeugende Ausrede- und bislang keine Korrektur.

Was uns aktuell verärgert und bei uns auf Unverständnis stößt, ist aber folgender Sachverhalt:
Der 1. FC Kaiserslautern plant zur Unterstützung von Anti- Diskriminierungsorganisationen aus Kaiserslautern am „Tag gegen Homophobie“ eine kleine aber feine Aktion am letzten Spieltag hier am Millerntor:
Die Regenbogen- Schnürsenkel- Aktion aus England soll das Votum des 1.FCK gegen Homophobie öffentlich dokumentieren. Klar, da macht doch unser Verein mit …… dachte sich das Aktionsbündnis.

Tja, nicht bedacht hatten wir, dass es ja leider noch um richtig viel geht, an diesem 34. Spieltag: Der Gewinn der „Goldenen Ananas“ ist noch möglich! Und in einer solchen „heißen“ Phase den Spielern die Konzentration auf das Spiel durch Regenbogenfarbene Schnürsenkel rauben? Nicht mit der Mannschaftsleitung! Unsere Anfrage wurde auch beim zweiten Mal abgelehnt.
Diese kleine aber feine Aktion gemeinsam mit einem Verein, der nicht unbedingt als Vorreiter für Anti- Diskriminierungsarbeit im Fußball bekannt ist, wäre nicht nur ein schöner Schulterschluss sondern auch ein netter Abschluss einer beachtenswert schönen Zweitliga- Saison gewesen?!
Die grundsätzliche Aussage:“ die Mannschaft wird sich an Spieltagen nicht mehr an Aktionen beteiligen“ darf so nicht unwidersprochen stehenbleiben.
Ginge es um Auf- oder Abstieg, Konkurs- oder andere mögliche Probleme rund um den FC St. Pauli- das Aktionsbündnis wäre nie auf die Idee gekommen, den Verein zu bitten, die Mannschaft für diese gesellschafts-politische Aussage zu „missbrauchen“.
Aktionen ohne die Mannschaft erreichen maximal die zuschauer, die am Millerntor vor Ort sind. Eine Aktion mit der Mannschaft hat immer auch ein medienwirksames Echo- was der Vereinsführung ja sonst auch genehm ist.
So bleibt eine Gruppe engagierter Menschen enttäuscht und frustriert zurück, denn plötzlich ist es gar nicht mehr eine so beachtenswert schöne Zweitliga- Saison gewesen.